Identität

Pronomen & Anrede

Welche Pronomen es gibt, wie du deine Wünsche kommunizierst und was du tun kannst, wenn jemand sie nicht respektiert.

PronomenAnredeSprache
Aktualisiert: 2026-05-16

Pronomen und Anrede sind ein grundlegender Teil der Anerkennung von Identität. Du hast das Recht, mit den Pronomen und der Anrede angesprochen zu werden, die zu dir passen.

Gängige Pronomen im Deutschen

  • sie/ihr – für viele trans Frauen und manche nicht-binäre Personen
  • er/sein – für viele trans Männer und manche nicht-binäre Personen
  • they/them (englisch) oder dey/deren – neutrale Optionen, im Deutschen noch wenig verbreitet
  • es – von manchen nicht-binären Personen verwendet (in bestimmten Kontexten)
  • Pronomenlos – manche Personen bevorzugen, dass ihr Name statt eines Pronomens verwendet wird

Es gibt außerdem geschlechtsneutrale Neopronomen wie xier/xieser, sier/siem u.a. – sie sind im offiziellen Gebrauch noch wenig bekannt, werden aber von manchen verwendet.

Pronomen kommunizieren

Du entscheidest, wie und wann du deine Pronomen teilst. Möglichkeiten:

  • Im persönlichen Gespräch: „Ich bin Name, ich benutze sie/ihr-Pronomen.“
  • In E-Mail-Signaturen: „Name (Pronomen: er/sein)“
  • In Sozialen Medien: Pronomen im Profil eintragen
  • Schriftlich: In einer kurzen Notiz oder einem Brief

Du musst deine Transidentität nicht erklären, um Pronomen einzufordern. „Ich möchte bitte mit X angesprochen werden“ ist vollständig ausreichend.

Was tun, wenn jemand die falschen Pronomen benutzt?

Im Moment:

  • Freundlich korrigieren: „Ich heiße Name und benutze sie/ihr.“
  • Andere können ebenfalls korrigieren (wenn du das möchtest)

Wiederholt:

  • Ein direktes Gespräch suchen: „Mir ist das wichtig. Ich bitte dich, darauf zu achten.“
  • Bei bewusster Verweigerung: Abhängig vom Kontext (Arbeit, Familie) unterschiedliche Schritte

Am Arbeitsplatz: Nach der rechtlichen Namensänderung ist der Arbeitgeber verpflichtet, die korrekte Anrede zu verwenden. Wiederholte absichtliche Falschansprache kann als Diskriminierung gemäß AGG gewertet werden.

Rechtliche Lage

Das SBGG (Selbstbestimmungsgesetz) schützt das Recht auf korrekte Anrede nach erfolgter Namens- und Personenstandsänderung. Vor der rechtlichen Änderung gibt es keine direkte gesetzliche Verpflichtung – aber allgemeine Persönlichkeitsrechte gelten auch hier.

Gendern in deutschen Texten

Um trans* und nicht-binäre Menschen einzuschließen, gibt es verschiedene Schreibweisen:

  • Genderstern: Nutzer*innen
  • Doppelpunkt: Nutzer:innen
  • Binnen-I: NutzerInnen
  • Gendergap: Nutzer_innen
  • Vollausschreibung: Nutzerinnen und Nutzer

Welche Form du bevorzugst oder verwendest, ist dir überlassen.

Hinweis zur amtlichen Rechtschreibung: Der Rat für deutsche Rechtschreibung (externer Link, öffnet in neuem Tab) – das Gremium hinter dem amtlichen Regelwerk, an das sich Behörden und Schulen halten – hat Genderstern, Doppelpunkt, Binnen-I und Gendergap bislang nicht ins offizielle Regelwerk aufgenommen (Stand 2024). Streng nach amtlicher Grammatik ist derzeit nur die Vollausschreibung (Doppelnennung) korrekt. Das ist vor allem dort relevant, wo es auf formal exakte Rechtschreibung ankommt – etwa in Anträgen, Schul- oder Behördentexten. Für Alltags- und Community-Texte spielt es in der Regel keine Rolle. Diese Einordnung gibt den aktuellen Stand wieder und kann sich künftig ändern.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keine individuelle Rechts-, Medizin- oder Sozialberatung. Wende dich bei konkreten Fragen an eine Fachperson oder Beratungsstelle.

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