Reisen als trans* Person
Praktische Tipps für Reisen mit trans* Dokumenten, Länder mit erhöhtem Risiko und Sicherheitshinweise.
Reisen kann als trans* Person besondere Herausforderungen mit sich bringen – vor allem wenn Dokumente und Erscheinungsbild (noch) nicht übereinstimmen oder das Zielland keine trans*-freundliche Gesetzgebung hat.
Dokumente und Erscheinungsbild
Vor der rechtlichen Änderung
Wenn Reisepass und Erscheinungsbild noch nicht übereinstimmen, kann das bei Grenzkontrollen zu Nachfragen führen. Tipps:
- Trage ein ärztliches Attest auf Englisch mit dir (z. B. von deiner Ärztin oder Psychotherapeutin), das deine Transidentität und aktuelle Behandlung bestätigt
- Bleibe ruhig und freundlich bei Nachfragen
- Informiere dich vorab über die Einreisebestimmungen des Ziellandes
Nach der rechtlichen Änderung
Mit korrekten Dokumenten ist das Reisen in der EU und in den meisten westlichen Ländern weitgehend unproblematisch.
Sicherheit im Zielland
Nicht alle Länder schützen trans* Personen. Informiere dich vorab über die rechtliche und soziale Situation:
Erhöhtes Risiko:
- Russland, Ungarn, viele Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas, Teile Afrikas und Asiens
- In einigen Ländern ist „Queer-Propaganda“ verboten oder Homosexualität/Transidentität strafbar
Eine länderweise Orientierung zu rechtlicher Lage und Sicherheit findest du in unserer Länderdatenbank.
Hilfreiche Ressourcen:
- ILGA World (ilga.org (externer Link, öffnet in neuem Tab)) – weltweite Übersicht zur rechtlichen Lage für LGBTIQ+-Personen
- Auswärtiges Amt (auswaertiges-amt.de (externer Link, öffnet in neuem Tab)) – Reise- und Sicherheitshinweise pro Land
- LGBTQ+ Travel Safety Index – jährlicher Bericht zur Reisetauglichkeit
Medikamente mitnehmen
Wenn du Hormone oder andere Medikamente regelmäßig einnimmst:
- Ausreichend Vorrat für die gesamte Reisedauer plus Reserve mitführen
- Ärztliches Attest mit Medikamentenliste (auf Englisch) anfertigen lassen
- Prüfen, ob die Medikamente im Zielland legal sind (Testosteron z. B. ist in manchen Ländern eine verschreibungspflichtige Substanz mit Einfuhrbeschränkungen)
- Bei Flugreisen: Medikamente im Handgepäck, Original-Apothekenetikett auf der Verpackung lassen
Sicherheit und Sichtbarkeit
In manchen Ländern ist es sicherer, nicht sichtbar trans* zu sein. Das ist keine Niederlage – es ist eine bewusste Entscheidung für deine Sicherheit. Nur du kannst einschätzen, wie viel Risiko du eingehen möchtest.
Allgemeine Hinweise:
- Informiere eine Vertrauensperson über deinen Reiseplan und Check-in-Zeiten
- Nutze sichere Unterkünfte (LGBTQ+-freundliche Hotels oder Airbnbs mit guten Bewertungen)
- Melde dich im Notfall bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat
Notfallnummern und Kontakte
- Auswärtiges Amt – Telefonzentrale (24/7, auch in Notfällen): +49 30 5000-0
- Auswärtiges Amt – Bürgerservice (Mo.–Fr., 8–12 / 13–15 Uhr): +49 30 5000-2000
- LSVD (Lesben- und Schwulenverband): lsvd.de (externer Link, öffnet in neuem Tab) – bietet Informationen zu Reisesicherheit