Alltag

Reisen als trans* Person

Praktische Tipps für Reisen mit trans* Dokumenten, Länder mit erhöhtem Risiko und Sicherheitshinweise.

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Aktualisiert: 2026-05-16

Reisen kann als trans* Person besondere Herausforderungen mit sich bringen – vor allem wenn Dokumente und Erscheinungsbild (noch) nicht übereinstimmen oder das Zielland keine trans*-freundliche Gesetzgebung hat.

Dokumente und Erscheinungsbild

Vor der rechtlichen Änderung

Wenn Reisepass und Erscheinungsbild noch nicht übereinstimmen, kann das bei Grenzkontrollen zu Nachfragen führen. Tipps:

  • Trage ein ärztliches Attest auf Englisch mit dir (z. B. von deiner Ärztin oder Psychotherapeutin), das deine Transidentität und aktuelle Behandlung bestätigt
  • Bleibe ruhig und freundlich bei Nachfragen
  • Informiere dich vorab über die Einreisebestimmungen des Ziellandes

Nach der rechtlichen Änderung

Mit korrekten Dokumenten ist das Reisen in der EU und in den meisten westlichen Ländern weitgehend unproblematisch.

Sicherheit im Zielland

Nicht alle Länder schützen trans* Personen. Informiere dich vorab über die rechtliche und soziale Situation:

Erhöhtes Risiko:

  • Russland, Ungarn, viele Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas, Teile Afrikas und Asiens
  • In einigen Ländern ist „Queer-Propaganda“ verboten oder Homosexualität/Transidentität strafbar

Eine länderweise Orientierung zu rechtlicher Lage und Sicherheit findest du in unserer Länderdatenbank.

Hilfreiche Ressourcen:

Medikamente mitnehmen

Wenn du Hormone oder andere Medikamente regelmäßig einnimmst:

  • Ausreichend Vorrat für die gesamte Reisedauer plus Reserve mitführen
  • Ärztliches Attest mit Medikamentenliste (auf Englisch) anfertigen lassen
  • Prüfen, ob die Medikamente im Zielland legal sind (Testosteron z. B. ist in manchen Ländern eine verschreibungspflichtige Substanz mit Einfuhrbeschränkungen)
  • Bei Flugreisen: Medikamente im Handgepäck, Original-Apothekenetikett auf der Verpackung lassen

Sicherheit und Sichtbarkeit

In manchen Ländern ist es sicherer, nicht sichtbar trans* zu sein. Das ist keine Niederlage – es ist eine bewusste Entscheidung für deine Sicherheit. Nur du kannst einschätzen, wie viel Risiko du eingehen möchtest.

Allgemeine Hinweise:

  • Informiere eine Vertrauensperson über deinen Reiseplan und Check-in-Zeiten
  • Nutze sichere Unterkünfte (LGBTQ+-freundliche Hotels oder Airbnbs mit guten Bewertungen)
  • Melde dich im Notfall bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat

Notfallnummern und Kontakte

  • Auswärtiges Amt – Telefonzentrale (24/7, auch in Notfällen): +49 30 5000-0
  • Auswärtiges Amt – Bürgerservice (Mo.–Fr., 8–12 / 13–15 Uhr): +49 30 5000-2000
  • LSVD (Lesben- und Schwulenverband): lsvd.de (externer Link, öffnet in neuem Tab) – bietet Informationen zu Reisesicherheit

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keine individuelle Rechts-, Medizin- oder Sozialberatung. Wende dich bei konkreten Fragen an eine Fachperson oder Beratungsstelle.

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