Identität

Nicht-binäre Identitäten im Alltag

Was nicht-binär bedeutet, welche rechtlichen Möglichkeiten das SBGG bietet, wie Anrede und Pronomen funktionieren und wie man mit binären Formularen, Behörden und dem Alltag umgeht.

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Aktualisiert: 2026-06-18

Nicht alle Menschen sind ausschließlich Mann oder Frau. Nicht-binäre Personen ordnen sich dazwischen, jenseits davon oder ganz unabhängig von dieser Einteilung ein. Dieser Artikel sammelt das Wichtigste für den Alltag. Grundbegriffe erklärt der Artikel Trans* Begriffe.

Was nicht-binär bedeutet

Nicht-binär ist ein Sammelbegriff für geschlechtliche Identitäten, die sich nicht (nur) als männlich oder weiblich verstehen. Manche fühlen sich teils männlich und teils weiblich, manche geschlechtslos, manche fließend. Jede:r definiert das für sich selbst – es gibt keine „richtige“ Art, nicht-binär zu sein.

Rechtliche Möglichkeiten

Das Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) erlaubt es, den Geschlechtseintrag auf „divers“ zu setzen oder ihn streichen zu lassen – per Erklärung beim Standesamt. Auch die Vornamen können entsprechend angepasst werden. Den Ablauf beschreiben die Artikel Personenstandsänderung und Namensänderung.

Anrede und Pronomen

Welche Anrede passt, ist individuell: Manche nutzen „sie“, „er“, abwechselnd beides, Neopronomen (z. B. „dey/deren“) oder den bloßen Namen ohne Pronomen. Frag im Zweifel freundlich nach und respektiere die Antwort. Mehr dazu im Artikel Pronomen & Anrede.

Umgang mit binären Formularen und Behörden

Viele Formulare und Systeme kennen nur „weiblich/männlich“. Das ist mühsam, aber lösbar:

  • „Divers“ einfordern, wo es die Option geben muss (Behörden, viele Online-Dienste).
  • Ergänzungsausweis der dgti – ein nicht-amtliches, aber vielerorts anerkanntes Dokument, das den selbst gewählten Namen, das Pronomen und die Anrede ausweist und Alltagssituationen erleichtert.
  • Auf das Offenbarungsverbot hinweisen, wenn alte Daten unnötig auftauchen.

Im Alltag

Sichtbarkeit kann schön und anstrengend zugleich sein. Misgendering passiert – durch Unwissen oder Gewohnheit. Du darfst korrigieren, du darfst aber auch Situationen aussuchen, in denen dir das die Energie wert ist. Selbstfürsorge und unterstützende Räume helfen, siehe Mentale Gesundheit & Trans* sein.

Anlaufstellen

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keine individuelle Rechts-, Medizin- oder Sozialberatung. Wende dich bei konkreten Fragen an eine Fachperson oder Beratungsstelle.

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